Die Kolumne


Wir schreiben den 8. Mai 2020. Wie so viele andere zwingt Corona seit einigen Wochen auch mich in die Knie. Als ich letztes Jahr mit dieser Website gestartet bin, dachte ich: Ein Blog ist unnötig. Ich schreibe bereits immer mal wieder für verschiedene andere Seiten und um so ein Format regelmäßig zu füllen, habe ich einfach keine Zeit. Nun habe ich Zeit. Und seit ich den Gedanken gefasst habe, hier ein wenig Informatives und Inspiratives, Erhellendes und Nachdenkliches und ein paar Geschichten aus dem Leben niederzuschreiben, hebt sich meine Stimmung und die Ideen sprudeln.

Liebe Leserin und lieber Leser,
in dieser Kolumne erlaube ich mir, dich zu duzen. Da auch ich hier aus meiner persönlichen Perspektive schreibe und nicht aus meiner Rolle als Coach und Moderatorin, sei es mir erlaubt. Ich hoffe, die Artikel sind eine willkommene Abwechslung für dich in dieser herausfordernden Zeit und vielleicht auch darüber hinaus.


Von der Arbeit

Oder: Neue Bewertungen braucht das Land

Was ist eigentlich Arbeit? Diese Frage stelle ich mir regelmäßig und seit ich selbständig bin noch viel öfter. Arbeit hat viele Gesichter: Sie kann Mühsal sein, Gelderwerb und Maloche, sie kann Hausarbeit sein, ehrenamtliche Arbeit, Care-Arbeit, Pflicht, Selbsterfahrung, Berufung oder sogar Befreiung. Wer keine Arbeit hat, wird gesellschaftlich stigmatisiert und fühlt sich auch selbst schlecht. Arbeit ist ein essentieller Teil des Menschseins. Ich erinnere mich noch gut an meine erste selbständige Woche im Sommer 2019. Täglich saß ich viele Stunden an meinem Schreibtisch, schrieb E-Mails, erstellte Teilnehmerunterlagen, telefonierte, konzipierte, controllte… und hatte doch nie das Gefühl, dass das jetzt wirklich Arbeit ist... [weiterlesen]

Vom Guten im Menschen

Oder: Theorie Y forever!

Die letzten sieben Jahre meines Lebens habe ich in der Dortmunder Nordstadt gewohnt. Die Nordstadt hat ja nicht den allerbesten Ruf. Als ich damals nach dem Studium dort in eine WG zog, dachte ich noch: Alles massiv übertrieben! Dass am Gerede doch ein bisschen was dran war, dämmerte mir, als mir in der ersten Woche der Fahrer meines Taxis sagte: "Warum um Himmels Willen sind Sie denn hierhin gezogen? Sie wirken doch ganz vernünftig…" Ab diesem Punkt machte ich mir mehr Gedanken, kaufte mir ein akustisches Signal für den Notfall und hielt mich an eine Strategie, die ich in meiner gesamten Nordstadt-Zeit gefahren bin und mir bis heute beibehalten habe: Konsequent an das Gute im Menschen zu glauben... [weiterlesen]

Vom Spiel

Oder: Der schmale Grat zwischen Widerstand und Wissenserwerb

"Und jetzt steh’n wir mal alle auf und machen ein Sp…" Bitte nicht sagen! Das böse S-Wort ist das absolute Unwort im Training und hat manchmal heftige Reaktionen zur Folge – gerade, wenn die TeilnehmerInnen stark mit ihrer Rolle verbunden sind: Da kommt man als TrainerIn mit Augenrollen und leidenden Seufzern noch ganz gut weg. Selbst in meinen eigenen Train the Trainer-Seminaren gebe ich den TeilnehmerInnen immer mit, besser Übung oder gar nichts zu sagen, sondern einfach zu machen. Spiel löst einfach viel zu viele Widerstände aus. Dabei gibt es kaum etwas Besseres! Spielen eröffnet das Experimentier- und Lernfeld: Im Spiel kann ich mich ausprobieren... [weiterlesen]


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